Veranstaltungshinweis: Kolloquium am 1. Juli 2009 in Berlin

EX OKZIDENTE LUX?
Einführung in das Werk von Mohammed Abed Al-Jabri
(diese Pressemitteilung als pdf)

>>> Diskussion in der Reihe WortWelten
>>> Mittwoch, 1. Juli 2009 | 19.30 h
>>> Haus der Kulturen der Welt, John-Foster-Dulles-Allee 10, 10557 Berlin

Haus der Kulturen der Welt


Was sind Voraussetzungen des freien Denkens in der arabischen und westlichen Tradition? Welche unterschiedlichen Arten der Wissensproduktion hat das arabische Denken hervorgebracht, welche Normen legitimiert und welche Grenzen überschritten?

Der marokkanische Philosoph Mohammed Abed Al-Jabri gehört zu den wichtigsten zeitgenössischen Theoretikern einer aufgeklärten arabischen Moderne. Er gilt als eine der einflussreichsten kritischen Stimmen über Identität, Geschichte und Politik in der Region. Sein Hauptwerk „Kritik der arabischen Vernunft“ (1984 -2001) ist eine umfassende Reflexion des Niedergangs der arabischen Kultur und löste in der islamischen Welt kontroverse Diskussionen aus.

Welche Relevanz haben seine Thesen im politischen und gesellschaftlichen Kontext der Gegenwart? Al-Jabri ist im deutschsprachigen Raum bislang nahezu unbekannt. Anfang 2009 ist eine Einführung in sein Werk erstmals auf Deutsch erschienen, herausgegeben vom Berliner Perlen Verlag. Dieses Buch liefert die Grundlage für die Diskussion „Ex okzidente lux?“ im Haus der Kulturen der Welt.

Im besten Sinn ein „public intellectual“, erhielt Al-Jabri 2008 den Preis für freies Denken der Ibn Rushd Stiftung in Karlsruhe. 1935 in Marokko geboren, absolvierte er nach der Koranschule eine Schneiderlehre. 1958 begann er in Damaskus mit dem Studium der Philosophie und promovierte 1973. Heute ist er Professor emeritus für Philosophie und islamisches Denken an Universität Mohammed V. in Rabat/Marokko.

Al-Jabri will die rationale, intellektuelle Traditionslinie im islamischen Denken stärken, die er auf besondere Weise im arabischen Westen und in den Werken des andalusischen Philosophen und Aristoteleskommentators Averroes/Ibn Rushd (1126 – 1198) verwurzelt sieht. Mit seiner Neubegründung des arabischen Rationalismus wendet sich Al-Jabri gegen einen gnostischen Denktypus, der noch heute die Urteilsfindung und Wissensproduktion in weiten Teilen der islamischen Welt beherrscht und der arabischen Welt den Zugang zur Moderne von innen heraus versperrt.

Warum wurde das Werk von Mohammed Abed al-Jabri bisher bei uns ignoriert? Können anhand seiner Schriften Verweise und Rückschlüsse auf die aktuelle Situation in der islamischen Welt, z.B. auf die im Iran, gezogen werden? Dazu diskutieren an diesem Abend Islamwissenschaftlerinnen, Journalisten und Experten aus politischer Theorie und Philosophie.

Mit Sonja Hegasy (Zentrum Moderner Orient, Berlin), Gudrun Krämer (Islamwissenschaftlerin, FU Berlin), Stefan Weidner (Journalist, Autor), Vincent von Wroblewsky (Philosoph und Übersetzer)

Moderation: Jörg Lau (DIE ZEIT)

Eine Kooperation des Haus der Kulturen der Welt mit dem Zentrum Moderner Orient www.zmo.de und dem Berliner Perlen Verlag.

WortWelten Literaturreihe

05.05.2009 – 17.11.2009 Veranstaltungen anzeigen

Pressebetreuung:
Haus der Kulturen der Welt, Anne Maier, John-Foster-Dulles-Allee 10
10557 Berlin, Fon ++49 30 397 87-153, Fax ++49 30 3948679, anne.maier@hkw.de, www.hkw.de

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