
Kritik der arabischen Vernunft
Die Einführung
von Mohammed Abed Al-Jabri
In der Übersetzung von Vincent von Wroblewsky und Sarah Dornhof
Mit einer Einführung von Ahmed Mahfoud und Marc Geoffreoy
Vorwort von Reginald Grünenberg und Sonja Hegasy
Gebunden, 195 Seiten
€19,80 [D] €21,40 [A] sFr 29,80*
CH: Empfohlener LVP
ISBN 978-3-9809000-8-9
Perlen Verlag Berlin
www.perlenverlag.de
Erste Auflage März/April 2009
Seit mehr als drei Jahrzehnten arbeitet der marokkanische Philosoph Mohammed Abed Al-Jabri an der umfassenden und kritischen Reflexion des Niedergangs der arabischen Kultur. Sein Hauptwerk Naqd al-’aql al-’arabî, zu Deutsch: Kritik der arabischen Vernunft, erschien in vier Bänden von 1984 bis 2001 und löste von Marokko über Ägypten bis Syrien heftigste Diskussionen aus. Nachdem mehrere deutsche Verlage trotz großem Interesse mit Hinweisen auf die Verfolgung von Salman Rushdie von einer Veröffentlichung abgesehen haben, erscheint nun endlich Die Einführung zur Kritik der arabischen Vernunft. Es ist nicht eine Einführung, weil es Texte des Philosophen selbst sind sowie das Resultat seiner Zusammenarbeit mit seinem französischen Übersetzer Ahmed Mahfoud. Die Einführung geht der Übersetzung des vierbändigen Gesamtwerkes voraus, das ab September 2009 erscheinen soll.
Nun gab es viele Bücher, die sich in der Nachfolge Immanuel Kants mit dem Titel Kritik schmückten, doch selten war diese Anmaßung so berechtigt wie bei al Jabris profunder und hochgradig origineller Fundamentalanalyse der arabischen Kultur. Al Jabri will zeigen, dass und wie das arabische Denken mit seiner spezifischen Wissensproduktion die Grenzen seiner legitimen Ansprüche überschritten und sich in eine Kultur der „schlechten Universalismen“ verwandelt hat. Al Jabris Wiederanknüpfen an die erste arabische Aufklärung im 12. Jahrhundert zielt auf die Neubegründung des arabischen Rationalismus.
Im Vorwort Ex okzidente lux präsentieren der politische Philosoph Reginald Grünenberg und die Islamwissenschaftlerin Sonja Hegasy ein Portrait des marokkanischen Autors und seines Werkes im politischen Kontext der Gegenwart.
Vincent von Wroblewsky, promovierter Philosoph und Romanist, ist seit 1991 Herausgeber und Übersetzer der Werke Jean-Paul Sartres im Rowohlt Verlag. Er ist zugleich Präsident der Sartre-Gesellschaft in Deutschland e. V. und Mitherausgeber der Jahrbücher der Sartre Gesellschaft. Er veröffentlichte zahlreiche Aufsätze, u. a. in Les Temps modernes, Magazine littéraire und in Existentialismus heute. Die Kritik der arabischen Vernunft hat er in Zusammenarbeit mit seiner Tochter übersetzt, der Kulturwissenschaftlerin Sarah Dornhof.